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Bypass im Fall der Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens)

Bei einer Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens), die sich durch einen belastungsabhängigen Schmerz auszeichnet, der in Ruhe wieder vergeht, sollte bei einer Gehstrecke unter 200m (pAVK IIb) weitere Diagnostik veranlasst werden. Ausgelöst wird sie durch hämodynamisch relevante Stenosen (Gefäßverengung), die unter Belastung zur Minderdurchblutung führt, die mit Schmerzen verbunden ist (Ischämieschmerz) und die Betroffenen zum Verweilen zwingt (daher Schaufensterkrankheit). Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) wird eingeteilt in vier Schweregrade (I-IV). Die Behandlung der pAVK erfolgt stadiengerecht. Stadien I und IIa ist die Domäne der Angiologie und hat das Ziel, die Risikofaktoren zu beheben (Nikotinabusus, Hypercholesterinämie, Bluthochdruck, schlecht eingestellter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)). Durch die medikamentöse Therapie, Nikotinkarenz und Ernährungsberatung sowie Gehtraining um eine Kollateralisierung zu fördern, gelingt es häufig, die pAVK in ein niedrigeres Stadium zu führen und den Progress der Erkrankung zu verlangsamen, bzw. zu stoppen.

Die pAVK und ihre Stadien (Schaufensterkrankheit)

Ab der pAVK Stadium IIb sind neben der dopplersonographischen Untersuchung mit Bestimmung der Dopplerverschlüssdrücke und klinischen Untersuchung weiterführende Bildgebende Diagnostik (CT- oder MR-Angiographie) zu veranlassen, die bei den Kollegen der Radiologie erfolgt. Hier werden Gefäßverengungen, die verantwortlich für die Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) sind, genau lokalisiert und quantifiziert. Auf dem Boden dieser Bildgebung wird dann ein Konzept erarbeitet, um die Durchblutung und somit auch die Beschwerden der pAVK zu verbessern. Das erreichen wir durch eine Behebung der Stenosen (Gefäßverengung) mit unterschiedlichen Methoden, die auch als Revaskularisation bezeichnet wird. Es werden, wenn Stenosen auf mehreren Ebenen bestehen, immer erst die proximalen, also dem Fuß abgewandten Stenosen behoben, da die pAVK so häufig in ein nicht interventionspflichtiges Stadium überführt werden kann. Beispiele sind hierfür die sogenannte Thrombendarterioektomie (TEA) bei der das verengte Gefäß eröffnet, ausgeschält und durch einen Kunstoff-Patch erweitert wird. Typische Lokalisation ist die Femoralarterie (Arteria femoralis, Arteria femoralis profunda, Arterie femoralis superficiais) in der Leiste. Engstellen im Beckenbereich werden üblicherweise mit einem Stent (Röhrchen) versorgt und vorher mit einem sogenannten Ringstripper freigemacht (desobliteriert).  Falls das verengte Gefäß über eine sehr lange Strecke verschlossen ist und eine Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) mit einer mindestens pAVK Stadium II vorliegt, kann ein Bypass erforderlich werden, um die Durchblutung zu verbessern. Dieser besteht aus einem Kunststoffmaterial (PTFE) und überbrückt das verschlossene Segment des betroffenen Gefäßes. Das heißt, dass bei der Bypass-OP der Kunststoff-Bypass oberhalb und unterhalb des verschlossenen Segmentes an das, bzw. die Gefäße angenäht wird, was auch als Anastomisierung bezeichnet wird. Eine Bypass-OP, bei der der Bypass unterhalb des Knies angeschlossen wird, ist erst ab einer pAVK Stadium III angezeigt, was bedeutet, dass die Schmerzen auch schon in Ruhe bestehen und damit die Gliedmaße gefährdet ist. Bei einer pAVK Stadium IIb kann ein Bypass oberhalb des Kniegelenks z.B. bei langstreckigem Verschluss der Arteria femoralis superficialis aber bereits angezeigt sein.

Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) und Bypass (Hamburg)

Nach der Bildgebung wird für Sie, adaptiert an ihre Beschwerden ein individuelles Behandlungskonzept erstellt, um Ihnen den kleinstmöglichen Eingriff mit dem größtmöglichen Erfolg anzubieten und eine pAVK oder Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) zu behandeln, oft durch das Setzen eines Bypass. Hamburg als Standort eignet sich für Operationen wie diese perfekt. Die Eingriffe erfolgen üblicherweise in Vollnarkose und sind mit einem stationären Aufenthalt von 3-7 Tagen verbunden. Größere gefäßchirurgische Operationen, die eine intensivmedizinische Betreuung oder zusätzliche radiologisch-interventionelle Prozeduren erfordern, erfolgen in unserem Kooperationskrankenhaus, der Asklepios-Klinik Altona.