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Narbenbruch-OP im Falle einer Narbenhernie

Die Entstehung einer Narbenhernie, umgangssprachlich auch oft als „Narbenbruch“ bezeichnet, ist eine der häufigsten Komplikationen nach einer vorausgegangenen Bauchoperation. Die betroffenen Patienten haben zumeist einen immensen Leidensdruck bis hin zur sozialen Deprivation. Patienten leiden neben krampfartigen Bauchschmerzen und körperlichem Unwohlsein häufig vor allem an dem großvolumigen, durch die Bruchpforte sich nach außen vorwölbendem Bruchsack, welcher Sie in Ihrer täglichen körperlichen Aktivität stark beeinträchtigt. Auch ist der kosmetische Aspekt nicht zu unterschätzen. Daher besteht grundsätzlich die Indikation zur Narbenbruch-OP. Eine Spontanheilung ist nicht zu erwarten. Lebensbedrohliche Verläufe sind bei Einklemmung (Inkarzeration) von z.B. Darm nicht selten (bis zu 10%). Klinische Studien belegen zudem eindeutig, dass eine frühe Operation effektiver ist und mit günstigeren Ergebnissen einhergeht. Ein zunehmender Vorfall von Baucheingeweiden (Eventration des Viszerum) bei größer werdender Bruchlücke durch zu langes Abwarten hat nicht selten einen ausgedehnteren Eingriff mit längerem stationärem Aufenthalt und verzögerte Rekonvaleszenz des Patienten zur Folge. Auch ist bei großen Narbenbrüchen mit einer deutlich erhöhten Rezidivrate nach Narbenbruch-OP zu rechnen.

Narbenbruch und die Ursachen

Die Entstehung ist ein multifaktorielles Geschehen und steht im Zusammenhang mit dem Lebensalter, Begleiterkrankungen und vorausgegangenen Operationen. Zusätzliche Risikofaktoren sind u.a. Nikotin, Adipositas, Eiweißmangel und ein niedriger Kollagen-I-III-Quotient. Mit einer Inzidenz von 10-20% sind Narbenbrüche eine der häufigsten Re-Operationen nach einem vorausgegangenen bauchchirurgischen Eingriff.

Zur Festlegung des Operationsverfahren ist eine genaue Anamnese vor allem auch von Vorerkrankungen und Voroperationen maßgeblich, da heute in vielen Fällen Patienten auch mit großen Narbenbrüchen zum Vorteil für den Patienten in minimalinvasiver Technik sicher operiert werden können. In der Chirurgie sind eine Vielzahl von verschiedenen Operationsmethoden verbreitet. Üblicherweise wird durch eine anatomische Rekonstruktion mit anschließender Verstärkung der Bauchwand durch Kunststoffnetze ein sicherer Defektverschluss erzielt. Der Vorteil einer netzunterstützten Reparation gegenüber einer netzfreien Operation ist durch verschiedene Studien belegt. Die weltweit am häufigsten angewandte offene Operationsmethode mit sehr guten Ergebnissen ist die Narbenbruch-OP in Sublay-Technik, welche von dem Franzosen René Stoppa entwickelt wurde und auch die Grundlage für alle minimalinvasiven Verfahren der Hernienversorgung bildet. Die Onlay-Reparation, welche schon im Koreakrieg in den späten 50er Jahren Anwendung fand, sollte aufgrund schlechterer Langzeitergebnisse nur dann angewandt werden, wenn eine Sublay-Korrektur nicht möglich ist. Die sogenannte offene IPOM-Operation (intraperitoneale Onlay-Mesh-Plazierung) stellt ein in den letzten Jahren immer häufiger angewandtes Verfahren dar, welches besonders bei großen Narbenbrüchen oder Rezidivnarbenhernien nach vorausgegangener Onlay- und Sublay-Reparationen zum Einsatz kommt. Narbenhernien bedürfen in der Regel einer operativen Versorgung mittels Kunststoffnetz. In wenigen Ausnahmefällen, wie z.B. bei Jugendlichen oder auf besonderen Wunsch des Patienten sowie bei massiver Kontamination der Wunde ist im Einzelfall eine Direktnaht möglich.

Verschiedene Operationsverfahren, auf den Patienten abgestimmt

Neben den offenen Operationsverfahren haben sich auch im Bereich der „Narbenbruch-OP“ in den letzten Jahren zunehmend die minimalinvasiven Verfahren (laparoskopische IPOM-Operation) etabliert. Von der sogenannten „lap-IPOM“ Technik profitieren besonders adipöse Patienten. Die Wundfläche ist mit 2-3 Trokarzugängen wesentlich kleiner als bei der offenen Sublay-Technik und eine Kontamination des Netzes durch eingebrachte Hautkeime wird vermieden. Die laparoskopische IPOM-Operation kann sowohl bei primären Bauchwandhernien als auch bei Narbenbrüchen durchgeführt werden.

In der MIVENDO Klinik bieten wir Ihnen neben der offenen und minimalinvasiven laparoskopischen Versorgung von primären Bauchwand- und Leistenhernien ein breites Spektrum verschiedener Operationstechniken zur suffizienten Versorgung an. In persönlicher, angenehmer Atmosphäre beraten wir Sie gerne und legen mit Ihnen gemeinsam ein individuelles Behandlungskonzept fest. Hier steht für uns ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis auf Augenhöhe im Mittelpunkt. Die operative offene oder minimalinvasive laparoskopische Versorgung eines kleinen und mittelgroßen Narbenbruchs erfolgen üblicherweise unter stationären Bedingungen mit 24-Stunden-Betreuung in der MIVENDO Klinik. Kleinere Eingriffe (Nabelhernie, Leistenhernie, epigastrische Bauchwandhernie, Narbenbrüche) können auch ambulant je nach Operationsverfahren in Lokalanästhesie oder in Vollnarkose vorgenommen werden. Komplexere Eingriffe (z.B. Bauchdeckenrekonstruktion bei großem Narbenbruch, oder Rezidivoperationen) werden von uns in der Asklepios-Klinik Altona, mit der eine enge Kooperation besteht, durchgeführt.