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Die Ursachen einer Sigmadivertikulitis (Divertikulitis)

Die Sigmadivertikulitis (Divertikulitis) ist eine Erkrankung des Dickdarms, bei der in sogenannten Pseudodivertikeln (Darmschleimhaut stülpt sich durch Lücken in der muskulären Darmwand) eine Entzündung entsteht. Ein gehäuftes Vorkommen dieser Ausstülpungen bezeichnet man als Divertikulose. Eine Divertikulose stellt die Vorstufe dar. In 95 % der Fälle ist das Colon sigmoideum (Krummdarm; Sigma) betroffen (Sigmadivertikulitis). Die Sigmadivertikulitis wird aufgrund ihrer, einer Blinddarmentzündung ähnlichen Symptomatik, im klinischen Alltag auch oft als „Linksseiten-Appendizitis“ bezeichnet. Deutlich seltener als die Sigmadivertikulitis tritt eine Divertikulitis im Colon transversum (Querkolon-Divertikulitis) mit ca. 1 % und mit jeweils 2 % im Zökum (Zökum-Divertikulitis) und im Colon ascendens (Rechtsseitige-Divertikulitis) auf. Eine Divertikulitis des Dickdarms ist eine Erkrankung der westlichen Industrieländer, wobei die Divertikulose bei unter 40-Jähringen selten, bei 60-Jährigen in bis 30 % und bei 85-Jähren in bis zu 65% nachweisbar ist. Risikofaktoren für die Entwicklung einer Divertikulitis (Sigmadivertikulitis) sind ballaststoffarme Kost, vermehrter Verzehr von rotem Fleisch sowie mangelnde körperliche Aktivität.

Therapiegeschichte der Sigmadivertikulitis (Divertikulitis)

Die Divertikulitis, im besonderen die Sigmadivertikulitis, stellt eine der häufigsten Diagnosen im klinischen Alltag eines Chirurgen dar. Dabei reicht das Therapiespektrum vom alleinigen Zuwarten bis zur sofortigen Notfalloperation. Die Indikation zur operativen Therapie ist hierbei abhängig von der Ausprägung, der Frequenz von Rezidiven, der subjektiven Beeinträchtigung des Patienten und Begleiterkrankungen. Die generelle Empfehlung eine, akute, unkomplizierte Ausprägung konservativ und eine komplizierte Ausprägung operativ zu therapieren, wird in der Praxis schon lange nicht mehr so klar unterschieden. Vielmehr zeichnet sich eine zunehmende Zurückhaltung in der operativen Behandlung ab. Ein konservatives Vorgehen wird auch in den aktuellen Leitlinien für die meisten Verläufe bei Divertikulitis (Sigmadivertikulitis) empfohlen. Bis ins Jahr 2000 galt die Empfehlung zur elektiven Operation einer rezidivierenden Divertikulitis (Sigmadivetikulitis) nach dem 2. Divertikulitis-Schub. Diese Empfehlung ist aufgrund neuer Daten verlassen worden. Die Anzahl der Divertikulitis-Schübe allein wird heute nicht mehr als ausschlaggebendes Kriterium für die Indikationsstellung zur Operation angesehen. Die Operationsindikation sollte heute „individuell“ erfolgen und Risikofaktoren, Beschwerdebild, Lebensalter, Schweregrad der Schübe sowie Lebensumstände und Komorbiditäten berücksichtigen. Auch in Bezug auf den optimalen Operationszeitpunkt sind in der Literatur nur wenige Daten verfügbar. Grundsätzlich scheinen jedoch die Resektionen im entzündungsfreien Intervall (nach 6-8 Wochen) etwas bessere Ergebnisse als frühelektive Operationen zu haben.

Diagnostik und Indikationsstellung

Zusammenfassend ist eine Grundvoraussetzung für die richtige Indikationsstellung zur Operation eine exakte, prätherapeutisch anwendbare Klassifikation der Erkrankung anhand der Klinik, einer suffizienten Bildgebung und des Labors. Im Gegensatz zur freien Perforation mit dem klinischen Bild eines akuten Abdomens und erforderlicher Notfalloperation wird häufig bei einer komplizierten Divertikulitis (Sigmadivertikulitis) die frühelektive oder elektive Operation empfohlen. Liegt eine chronisch rezidivierende Form vor, erfolgt die Indikationsstellung individuell mit dem Ziel die divertikulitis-bedingten Beschwerden zu beseitigen. In Einzelfällen kann auch das Vorliegen einer unkomplizierten Form eine Operationsindikation darstellen. Dies gilt z.B. für immunkompromittierte Patienten. Die minimalinvasive, auch laparoskopische Sigmaresektion ist heute der Goldstandard bei der Sigmadivertikulitis und ermöglicht eine schnellere Erholung, kürzere Liegedauer im Krankenhaus und ein besseres kosmetisches Ergebnis. Als Klinik für minimalinvasive Chirurgie sind wir auf dieses Operationsverfahren spezialisiert.